

Es ist immer wieder spannend, andere Künstlerateliers zu besuchen. Zum Beispiel das Atelier von Gustav Klimt (1862–1918) in Wien.
Gustav Klimt war der bekannteste Vertreter des Wiener Jugendstils und gehörte zu den Gründern der Wiener Secession. In einem ebenerdigen Gartenhaus an der Feldmühlgasse, mitten in einem grosszügigen Garten, befand sich sein letztes Atelier. Hier schuf er von 1911 bis zu seinem Tod im Jahr 1918 rund 50 Werke, darunter einige seiner wichtigsten wie «Adele Bloch-Bauer II», «Friederike Beer», «Die Braut» und «Adam und Eva».
Nach seinem Tod wurde das Gartenhaus von den neuen Besitzern zu einer neobarocken Villa umgebaut. Die ursprünglichen Atelierräume blieben erhalten und wurden bewusst ins Gebäude integriert, sodass eine einzigartige Raum-in-Raum-Konstruktion entstand. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte des Hauses – Enteignung, später Restitution an die jüdischen Besitzer und schliesslich Verkauf an den österreichischen Staat und Nutzung als Schule – , wurde es durch einen privatrechtlichen Verein übernommen und seit 2021 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Räumlichkeiten wurden so renoviert und gestaltet, dass die Besuchenden einen Eindruck von den Gegebenheiten zu Zeiten der Nutzung durch Klimt erhalten. Bei der Rekonstruktion der Einrichtung orientierte man sich an historischen Fotografien und überlieferten Beschreibungen von Zeitgenossen. Im nordseitigen Atelier sind zwei Bilder (in Reproduktion) aufgestellt, an denen Klimt vor seinem Tod gearbeitet hatte. Sie sind unvollendet geblieben. Gustav Klimt starb 1918 im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.
Es lohnt sich, Klimts Atelier im Rahmen einer Führung zu besuchen und danach im lauschigen Gartencafé eine Melange zu trinken!
Quellen: Villa Klimt www.klimtvilla.at; Wikipedia



