![Sigismund Righini: Ohne Titel [Die Palme], 1925, Farbstift auf Papier, Inv.Nr. SR 488. Foto: Reto Pedrini © Stiftung Righini-Fries Zürich Sigismund Righini: Ohne Titel [Die Palme], 1925, Farbstift auf Papier, Inv.Nr. SR 488. Foto: Reto Pedrini © Stiftung Righini-Fries Zürich](https://www.righini-fries.ch/wp-content/uploads/2026/07/SR_488_Palme-734x1024.jpg)
Palmen galten lange als die typischen Pflanzen des Tessins. Dabei stammen sie ursprünglich aus Asien.
Um 1830 brachte der deutsche Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold als Erster Samen der chinesischen Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) nach Europa. Sie stellte sich als eine der robustesten und kälteresistentesten Palmenarten heraus und wurde daher als beliebte Zierpflanze in vielen Gärten in Europa kultiviert. Auch im Tessin wurde die Hanfpalme gezielt angepflanzt und zu einem Imageträger des ganzen Südkantons erkoren. Das war kein Problem, solange sie nur in Gärten zu finden war und sich nicht von selbst ausbreitete. Doch seit den 1980er-Jahren können ihre Samen in unseren Breitengraden keimen – eine Folge des Klimawandels. Inzwischen gibt es auch in Wäldern verwilderte Palmen. Dabei beschatten Jungpalmen den Boden stark, so dass einheimische Pflanzen in ihrem Wachstum gehemmt werden. Zudem ist die Palme für die meisten Vögel und Wildbienen als Nahrungsgrundlage nicht geeignet.
Aufgrund der Verdrängung der einheimischen Vegetation wurde die chinesische Hanfpflanze in die Liste invasiver Neophyten aufgenommen. Seit 2024 ist ihr Verkauf verboten und der Kanton Tessin hat verschiedene Massnahmen zu ihrer Eindämmung getroffen. Schön anzusehen ist sie trotzdem. Sigismund Righini, der selbst aus dem Tessiner Malcantone stammt, hat 1925 dieses entzückende Palmenbild mit kräftigen Farbstiftstrichen gezeichnet.
Lektüretipp: Jutta Person: Palmen. Ein Portrait, Berlin: Matthes & Seitz, 2026
Quellen: Wikipedia; Philipp Blanc: Das Wahrzeichen des Tessins ist zum Problem geworden, 2024, srf.ch
