
Wissen Sie, welche zehn Gemälde die höchsten Preise erzielt haben, die bei Auktionen verkauft wurden? Oder welches Unternehmen als Erstes eine firmeneigene Kunstsammlung aufgebaut hat?
Solche und andere interessante Fakten rund um die Themen Kunst, Kunsthandel und Finanzwesen erfahren Sie in der Ausstellung «Kunst macht Geld» im Schweizer Finanzmuseum. Das bisher teuerste über eine Auktion verkaufte Gemälde war «Salvator Mundi», das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird (450,3 Mio. USD). Die erste «Corporate Collection», also eine unternehmenseigene Kunstsammlung, wurde im späten 15. Jahrhundert von der Banca Monte dei Paschi di Siena aufgebaut.
Die Ausstellung rollt in einem historischen Abriss die Geschichte des Kunsthandels und Kunstmarktes auf. Sie erzählt vom Handel mit Götterbildern und Kunstobjekten in der Antike, von Kirche und Adel als den wichtigsten Auftraggebern für Künstler im Mittelalter sowie von dem neuen Selbstbewusstsein der Kunstschaffenden seit der Renaissance, die begannen, sich selbst zu vermarkten. Der moderne Kunsthandel in Form von Galerien und Auktionshäusern formierte sich im 18. Jahrhundert. Die heute weltweit tätigen Auktionshäuser Sotheby’s und Christie’s wurden 1744 bzw. 1766 gegründet. In einer Vitrine sind frühe Wertpapiere der beiden Auktionshäuser zu sehen.


Die Ausstellung beleuchtet auch die Schattenseiten des Kunstmarkts. Dieser ist weniger streng reguliert als der Finanzmarkt und somit anfälliger für Geldwäscherei und Steuerhinterziehung. Auch die riesigen Zollfreilager an den Flughäfen Genf und Zürich sind nicht unproblematisch, da dem Staat dadurch viele Zolleinnahmen entgehen, die bei einer regulären Ein- und Ausfuhr anfallen würden. Sigismund Righini, der in den 1920er- und 1930er-Jahren penibel die Kunstimporte überwachte, hätte an dieser Entwicklung wohl keine Freude.
Die informative Ausstellung ist noch bis Ende 2026 im Schweizer Finanzmuseum zu sehen.
Quelle: Saaltexte in der Ausstellung «Kunst macht Geld» Schweizer Finanzmuseum, Zürich
