
In der Wochenzeitung «Die Zeit» erschien kürzlich ein interessanter Artikel über die Wirkung von Kunst auf die Gesundheit.
Die Epidemiologin Daisy Fancourt vom University College in London erforscht seit Längerem die Wirkung von Kunst auf Körper und Seele. Vor Kurzem ist ein neues Buch von ihr erschienen mit dem Titel «Art Cure», das heisst Heilung durch Kunst. Durch die Auswertung verschiedener Studien konnte sie nachweisen, dass Menschen, die regelmässig Kultur erleben, zufriedener mit ihrem Leben sind und psychisch gesünder. Ältere Menschen bleiben zudem geistig fitter. Sie stellte ausserdem fest, dass Menschen, die ins Museum, Konzert oder Theater gingen, ein geringeres Risiko hatten, an einer Depression zu erkranken. Dabei spielte auch die Dosis eine Rolle: Wer mindestens einmal im Monat Kunst genoss, hatte nur ein halb so hohes Risiko wie Menschen, die es nie taten.
Kunst kann also gesund halten. Welche Mechanismen dahinterstecken, erforschen Psychologen, Medizinerinnen und Neurologen. Sie konnten messen, dass sich die Herzfrequenz, der Blutdruck und der Spiegel des Stresshormons Cortisol beim Betrachten von Kunst senkten. Die Beschäftigung mit Kunst kann demnach entspannen, Stress reduzieren und das Belohnungssystem aktivieren – so wie zum Beispiel Schokolade. Der Vorteil gegenüber der Schokolade ist – und das ist jetzt unsere eigene Meinung – , dass die Kontemplation von Kunstwerken bestimmt nachhaltiger aufs Gemüt wirkt und nicht dick macht! – Also nichts wie los ins nächste Museum! Oder lassen Sie wenigstens dieses blühende Gartenbild von Sigismund Righini auf sich wirken.
Quellen:
Stefanie Kara: Schauen Sie sich das mal an! Wissenschaftler untersuchen, wie uns das Betrachten von Kunst gesund hält, in: Die Zeit, 5.3.2026.
Daisy Fancourt: Art Cure. The Science of How the Arts Transform Our Health. Penguin Random House, 2026.
