![Willy Fries: Ohne Titel [Strandcafé], ohne Datum, Öl auf Leinwand, 17 x 24 cm, Inv. Nr. WF 351. Foto: Reto Pedrini © Stiftung Righini-Fries Zürich Willy Fries: Ohne Titel [Strandcafé], ohne Datum, Öl auf Leinwand, 17 x 24 cm, Inv. Nr. WF 351. Foto: Reto Pedrini © Stiftung Righini-Fries Zürich](https://www.righini-fries.ch/wp-content/uploads/2025/10/WF_351.jpg)
Eine Dame in blauem Badekostüm und roter Kappe unterhält sich mit einem Herrn in beigem Leinenanzug. Möchte sie ihn überzeugen, mit ihr schwimmen zu gehen?
Oder warten sie darauf, dass ein Tisch im Strandcafé frei wird? Die Szenerie wirkt fröhlich und unbeschwert. Ein Sommernachmittag am See, den Willy Fries mit leichtem Pinsel hingetupft hat.
Ab Mitte der 1910er-Jahre hatte er sich der Genremalerei zugewandt und dokumentierte vornehmlich das Zürcher Gesellschaftsleben. So sehen wir auf seinen Bildern Besucher einer Kunstausstellung, Flaneure auf dem Jahrmarkt, Fans eines Boxkampfes oder eben Menschen im und am Wasser. Dabei ist sein Blick nicht voyeuristisch-entlarvend, sondern liebevoll-ironisch. Seine Badeszenen sind heitere Impressionen, die auf die Bedeutung von Gewässern als Orte des Freizeitvergnügens verweisen.

Willy Fries war der präziseste Beobachter innerhalb der Künstlerfamilie. Akribisch studierte er die Wellenbewegung des Wassers oder die Lichtveränderungen bei bewölktem Himmel. Aufgrund der gedämpften Farben und des aufgewühlten Meeres assoziiert man dieses Seestück sogleich mit einem Strand an der Nord- oder Ostsee. Ein Strand unter der gleissenden Sonne des Südens, sähe anders aus. Tatsächlich ist es der Strand von Scheveningen, an der holländischen Küste, den Willy Fries hier malte. Liebevoll hielt er auch kleine Details wie die im Wind flatternden Fähnchen, die Sonnenschirme oder die rote Werbetafel fest. An diesem Strand möchte man gerne entlangflanieren. – Die fröhlichen Badeszenen von Willy Fries sind noch bis zum 28. Februar in der Ausstellung «Zwischen Land und See» zu entdecken.
