
Auf dem Plakat zur aktuellen Ausstellung ist ein Seestück von Sigismund Righini zu sehen. Die Wasseroberfläche schillert in Blau-Violett- und Gelbtönen und verschmilzt fast mit dem Gebirgszug und dem Himmel im Hintergrund.
Am Motiv Wasser interessierten Righini die wechselnden Farben und die Darstellung einer unendlich scheinenden Wasserfläche mit rein malerischen Mitteln. Righini verwendete eine breite Palette an Blautönen und verwischte die Übergänge von Wasser und Himmel. So ziehen sich in seinen Seestücken die Wasserflächen in Form eines All-Over-Effekts oft bis an den Horizont.

Der Begriff «Seestück» ging im 17. Jahrhundert aus dem Holländischen «zeestuck» in den deutschen Sprachgebrauch über. Zu dieser Zeit entwickelte sich das Element Wasser zu einem eigenständigen Thema in der Malerei, nachdem es zuvor jahrhundertelang als Bestandteil einer Bilderzählung behandelt wurde. Hintergrund dieser Entwicklung war der Kampf der Seemächte um die Vorherrschaft auf den Weltmeeren. Insbesondere in den Niederlanden gewannen maritime Motive an Popularität. Das Spektrum reichte von Schiffsdarstellungen über die Schilderung spektakulärer Seeschlachten und Schiffbrüche bis hin zu alltäglichen Küstenszenen. Ursprünglich standen bei einem Seestück das Schiff und das Meer im Mittelpunkt des Geschehens. Heute wird der Begriff breiter gefasst und bezeichnet Wasserlandschaften aller Art, in denen das Meer, Seen und Flüsse, Häfen, Küsten oder Strände die vorherrschenden Darstellungsgegenstände sind.
Quelle:
Rettner, Sybille: Marinemalerei. In: Michael Brunner, Andrea C. Theil (Hrsg.): Wasser in der Kunst. Vom Mittelalter bis heute. Ausst.-Kat. Städtische Galerie Überlingen. Überlingen: Städtisches Kulturamt, 2004, S. 64-67.
Felix Krämer et al. (Hrsg.): Seestücke. Von Max Beckmann bis Gerhard Richter. Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle. München: Hirmer Verlag, 2007.
